Dienstag, 5. Juni 2007

Regeln für die Geldanlage

Bei den meisten Anlegern sieht es im Depot aus wie in einem Gemischtwarenladen. Da liegen munter Aktienfonds neben ein paar Einzelwerten, eine Anleihe hier, ein Garantiefonds da und hinten rechts in der Ecke finden sich noch ein paar Zertifikate, bei ganz Hartgesottenen sogar noch ein paar Optionsscheine. Die meisten Anleger wähnen sich alleine mit der Streuung auf verschiedene Investments auf der sicheren Seite. Doch diese Ansicht ist trügerisch. Für eine gezielte Risikominimierung bedarf es mehr als nur dem bloßen Verteilen des eigenen Geldes auf eine Handvoll verschiedener Investments. Es geht vielmehr um die sinnvolle Verteilung der Geldanlage auf verschiedene Assetklassen und das ganze bei Berücksichtigung einiger essentieller Regeln. Ein paar dieser Regeln habe ich nachfolgend einmal kurz aufgelistet und erklärt:
1. Es gibt keinen Unterschied zwischen institutionellen Investoren und Privatanlegern. Es gibt lediglich gute und schlechte Anlageentscheidungen.
2. Streuung ist wichtig, allerdings immer entsprechend des Risikoprofils und unter Berücksichtigung der nachfolgenden Regel.
3. Eine Faustregel besagt, dass keine Anlageklasse mit weniger als 5 Prozent des Depotwertes vertreten sein soll, aber auf der anderen Seite auch nicht mehr als 25 bis 30 Prozent ausmachen sollte. Anderenfalls droht eine Übergewichtung und damit Erhöhung des Anlagerisikos.
4. Wählen Sie immer sichere Geldanlagen als Basis für Ihr Depot. Immobilienfonds, Rentenfonds, Anleihen hoher Bonität und Mischfonds eignen sich dafür hervorragend. Aktienfonds haben nur dann in der Basis eines Depots etwas zu suchen, wenn Sie zum Risikoprofil des Anlegers passen und der Anlagezeitraum entsprechend lang gewählt ist.
5. Nachdem die Basis gelegt ist, nutzen Sie Investmentklassen, die so wenig wie möglich miteinander korrelieren. Ein gutes Beispiel dafür sind Immobilienfonds und Aktienfonds. Während Aktienfonds vom Zustand der Weltbörsen abhängig sind, entwickeln sich die meisten Immobilienfonds relativ unabhängig von solchen Einflüssen.
6. Nutzen Sie auch alternative Investments wie Hedge-Fonds oder Private Equity Fonds. Als Beimischung können diese Anlageformen das Gesamtrisiko eines Portfolios verringern, ohne die Renditechancen desselben zu schmälern. Und wer sich zum Beispiel einmal die Wertentwicklung ausgewählter Private Equity Fonds in den vergangenen Jahren angeschaut hat, wird erstaunt sein, was für Renditen mit dieser Anlageklasse möglich sind.
7. Handeln Sie antizyklisch. Diese einfach klingende Regel ist relativ schwer umzusetzen, bedeutet Sie doch, dort zu kaufen, wo keiner kauft und wann keiner kauft. Die richtig großen Gewinne können Sie erzielen, indem Sie Trends frühzeitig erkennen und entsprechend handeln, noch bevor das Thema in den Massenmedien gepusht wird.
8. Legen sie Wert auf solide Investments, dann berücksichtigen sie Kennziffern wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder die Dividendenrendite in ihrer Anlageentscheidung. Je niedriger das KGV bzw. je höher die Dividendenrendite, desto attraktiver sind einzelne Titel, solange das Geschäft planmäßig läuft.

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